Payment & Digitalisierung für Gastronomie und Hotellerie

Hamburg · DE

Die Hotel-
System­kette.

Das führende System eines Hotels heißt PMS – an ihm hängen Gastkonto, Kasse, Payment, Buchungskanäle und Buchhaltung. Diese Seite ordnet die Kette ein: vom Room Charge über OTA und Direktbuchung bis zu Deposits, Nachtlauf und Check-out. Vom Hotelfach ins Payment – Robert Zelgin kennt die gesamte Wertschöpfungskette vom Gastraum bis zur Transaktion. Nüchtern, herstellerneutral, aus der Praxis.

01 Lagebild

Das führende System heißt PMS.

Wer Hotelsoftware verstehen will, beginnt nicht bei der Kasse und nicht beim Terminal – sondern beim Gastkonto.

Ausgangspunkt: jeder Aufenthalt ist buchhalterisch ein Konto

Im Property Management System (PMS) heißt dieses Konto Folio: Auf ihm sammeln sich Logis, Frühstück, der Abend an der Bar, die Anwendung im Spa – bis der Check-out das Konto schließt und daraus eine Rechnung und eine Zahlung macht. Deshalb ist das PMS das führende System des Hauses: Es führt die Konten, alle anderen Systeme liefern zu. Der klassische Übergabepunkt heißt Room Charge – der Outlet-Umsatz wird nicht kassiert, sondern über die Kassenschnittstelle aufs Zimmer gebucht.

„Das Gastkonto ist die Wahrheit des Aufenthalts – was dort sauber aufläuft, muss beim Check-out niemand mehr suchen.“

Der Rahmen dafür ist groß: 2025 zählte Deutschland mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen erneut einen Rekord – plus 0,3 % gegenüber 2024 (Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 046 vom 10.02.2026). Die Frage ist längst nicht mehr, ob ein Haus digital arbeitet, sondern wie professionell seine Systemkette läuft. Ob das PMS dabei lokal im Haus oder als Cloud-Lösung betrieben wird, ist eine Betriebsmodellfrage – hotelspezifisch entscheidend ist der Offline-Fall an der Rezeption: Ein- und Auschecken muss auch funktionieren, wenn die Leitung es gerade nicht tut.

Vertiefung im Glossar: PMS & PMS-Schnittstelle · lokal vs. Cloud · Schnittstelle (API)

02 Systemkette

PMS ⇄ Kasse ⇄ Payment.

Vier Systeme, drei Übergaben: Was das PMS führt, liefern Kasse und Payment zu – und die Buchhaltung lebt davon, dass jede Übergabe nachvollziehbar ist.

Landkarte: was typischerweise am PMS hängt

Der Hoteltech-Stack

Rund um das PMS arbeitet ein ganzer Stack – für die Distribution, den Betrieb und die Zahlen:

Channel ManagerBooking EngineOutlet-KassenPaymentTürschloss / KioskHousekeepingBuchhaltung / DATEVCRM & Gäste-Kommunikation

Ob ein Haus viele Spezialisten verbindet (Best of Breed) oder eine Suite aus einer Hand fährt, ist eine Betriebsmodellfrage. Das Entscheidungskriterium bleibt in beiden Fällen dasselbe: offene, dokumentierte und gepflegte Schnittstellen statt Feature-Listen.

Aus der PraxisIm Fachhandel mit über 500 Kunden gelernt: Verkauft wird das Feature – betrieben wird die Schnittstelle.

Herkunft: die Nachtschicht am Front Office

Nachtlauf & Debitoren

Der Nachtlauf (Night Audit) ist der Tagesabschluss des PMS: Er schreibt die Logis-Umsätze auf die Gastkonten, verbucht die Tagesumsätze aller Outlets, gleicht Kassen- und Kartenzahlungen ab und stellt das Systemdatum um.

Debitoren sind die Rechnungen auf Ziel – Firmenkunden, Reisebüros, Sammelrechnungen der Buchungsportale. Hier entscheidet sich, ob die Buchhaltung morgens arbeitet oder sucht: Saubere Schnittstellen heißen Nacharbeit null.

Biografischer AnkerIn der Nachtschicht selbst Barkassen und Kartenabrechnungen aller Outlets verrechnet – seitdem ist der Nachtlauf keine Theorie mehr.

03 Distribution

OTA, Channel Manager & Direktbuchung.

Wo die Buchung herkommt, bestimmt, wie das Geld fließt: Portal, eigene Website oder Telefon – drei Wege, drei Payment-Situationen.

In Europa kamen zuletzt 50,9 % der Hotelbuchungen direkt und 29,6 % über Online-Buchungsportale (OTAs) – so die European Hotel Distribution Study 2024 von Schegg/HOTREC (Bezugsjahr 2023, über 3.000 Betriebe). Rund 71 % des OTA-Marktes entfallen dabei auf Booking.com. Der Direktanteil sinkt seit Jahren – wer ihn halten will, braucht Technik, die mithält. Drei Rollen werden dabei oft verwechselt:

Rolle 1 · Channel Manager

Hält Verfügbarkeiten und Raten auf allen Portalen synchron – und verhindert damit das Overbooking. Ohne ihn wird jedes Portal von Hand gepflegt.

Rolle 2 · Booking Engine

Die Buchungsstrecke der eigenen Website: Direktbuchung ohne Portalprovision – dafür mit eigener Verantwortung für Anzahlung und Kartenhinterlegung.

Rolle 3 · PMS

Das führende System dahinter: Jede Buchung, egal aus welchem Kanal, endet als Reservierung und Gastkonto im PMS.

04 Hotel-Payment

Deposits, Pre-Auth, VCC & No-Show.

An der Rezeption treffen Zahlungsversprechen und Zahlung aufeinander: reserviert, hinterlegt, virtuell – erst der Check-out macht daraus Umsatz.

Konzept: reservieren statt abbuchen

Pre-Authorization

Ein Betrag wird auf der Karte des Gastes reserviert, nicht abgebucht – die Standardabsicherung für Minibar, Extras und No-Show. Beim Check-out wird die tatsächliche Summe gebucht und der Rest freigegeben; der Gast sieht bis dahin nur einen geblockten Betrag.

Aus der PraxisEine sauber gesetzte Pre-Auth beim Check-in erspart die Diskussion beim Check-out.

Konzept: die Einmal-Karte des Portals

Virtuelle Kreditkarten (VCC)

Hat der Gast beim Portal bezahlt, stellt das Portal dem Hotel eine virtuelle Einmal-Kreditkarte aus – belastbar nur in einem definierten Zeitfenster und bis zum hinterlegten Betrag, über die ganz normale Kartenakzeptanz des Hauses.

KostenlogikDas Kartendisagio fällt zusätzlich zur Portalprovision an. Typische Fehler: zu früh belastet, Karte abgelaufen, Betrag weicht ab.

Konzept: Absicherung als Systemfrage

No-Show & Deposits

Die Absicherung gegen Nichtanreise läuft über Kartenhinterlegung oder Anzahlung gemäß den vereinbarten Stornobedingungen. Welche Systemkette das im Standard abbildet – und welche eine Bastellösung braucht – ist ein hartes Auswahlkriterium.

Bewusste GrenzeHier geht es um Prozesse und Systeme: Was storniert werden darf, regeln Vertrag und Recht – nicht diese Seite.

Konzept: Zahlung ohne Karte vor Ort

MOTO & Pay-by-Link

Für Anzahlungen im Direktkanal gibt es zwei Bausteine: MOTO – die manuell erfasste Kartenzahlung, etwa nach telefonischer Buchung – und Pay-by-Link, ein Zahllink in der Buchungsbestätigung, den der Gast selbst ausführt.

Aus der PraxisJe weniger Kartendaten das Haus selbst anfasst, desto kleiner das Risiko – der Link verlagert die Eingabe zum Gast.

05 Interaktiv

Der Check-out, als Bon gedruckt.

Sieben Stationen zwischen „Ich reise ab“ und der Gutschrift auf dem Hotelkonto – der Bon druckt sie als Protokoll der Abreise. Jede Zeile ist ein Übergabepunkt und lässt sich anklicken.

Übergabepunkt wählen

Eine Bon-Zeile antippen – hier erscheint, was an diesem Übergabepunkt im Hotelalltag zu klären ist.

Vom Front Office bis zum Acquirer: Wo eine Übergabe hakt, merkt es zuerst der Gast – und zuletzt die Buchhaltung.

Journey-Bon
*** Hotel · Check-out bis Konto ***


ÜBERGABEN GESAMT7
– Jede Zeile ein Übergabepunkt –

Check-out des Gastes · Front Office

Die Abreise bündelt alles, was der Aufenthalt angesammelt hat: Logis, Minibar, Restaurant, City Tax. Je vollständiger das Gastkonto in diesem Moment ist, desto kürzer das Gespräch an der Rezeption – auch wenn morgens viele Gäste gleichzeitig abreisen.

Leistungen aus dem PMS ziehen · PMS → Kasse

Room Charges aus Restaurant, Bar und Spa müssen längst auf dem Folio stehen, wenn der Gast am Tresen wartet. Fehlt eine Buchung, beginnt jetzt die Suche – vor Publikum.

Deposits & Vorauszahlungen verrechnen · PMS / Payment

Anzahlung, hinterlegte Karte oder die virtuelle Karte des Portals: Jetzt wird verrechnet, was vor der Anreise geflossen ist. Die Spielregeln dazu stehen in der Hotel-Payment-Sektion.

Zahlung autorisieren · Terminal / Online

Terminal an der Rezeption, hinterlegte Karte aus der Buchung oder Pay-by-Link für die Anzahlung – die Autorisierung entscheidet in Sekunden. Eine vorher gesetzte Pre-Auth macht daraus eine Formalie.

Rechnung & Beleg an den Gast · Kasse / PMS

Privat und geschäftlich splitten, City Tax korrekt ausweisen, Firmenanschrift prüfen: Der Beleg ist das letzte Dokument des Aufenthalts – und das erste, das die Buchhaltung des Gastes kontrolliert.

Nachtlauf & Abgleich · PMS + Buchhaltung

Der Nachtlauf hat die Konten über Nacht vorbereitet; nach der Abreise gleicht die Buchhaltung Kassen- und Kartenumsätze gegen die Auszahlung ab. Das Erklärstück dazu: Nachtlauf & Debitoren.

Gutschrift auf dem Konto · Acquirer → Bank

Zwischen Autorisierung und Gutschrift liegen Acquirer, Kartensystem und Bank. Zum Ertrag wird der Umsatz erst mit einer Abrechnung, die sich den einzelnen Abreisen zuordnen lässt – mehr dazu auf der Payment-Seite.

06 Check-in & Meldewesen

Self-Check-in, Meldeschein & City Tax.

Seit 2025 ist der Check-in rechtlich einfacher geworden – aber nicht bedingungslos. Was wirklich gilt und was das für Kiosk, PMS und Rechnung heißt.

Rechtsrahmen: Viertes Bürokratieentlastungsgesetz

Meldeschein: nur noch für ausländische Gäste

Seit dem 01.01.2025 entfällt die Hotelmeldepflicht für deutsche Staatsangehörige. Für ausländische Gäste bleibt der eigenhändig unterschriebene Meldeschein Pflicht (§ 30 Abs. 3 BMG, Art. 45 Schengener Durchführungsübereinkommen), inklusive Ausweisvorlage – aufbewahrt wird zwölf Monate. (Quelle: DTV-FAQ Meldeschein.)

In Kraft

Praxis: Kiosk, Smartphone, Personalmangel

Self-Check-in: ganze oder halbe Rezeption

Kiosk und Mobile-Check-in werden mit dem Wegfall des deutschen Meldescheins einfacher – bedingungslos werden sie nicht: Die Strecke muss den Ausländer-Meldeschein abbilden und vor allem die Zahlung – Karte hinterlegen, Pre-Auth setzen, City Tax berechnen.

Aus der Front-Office-PraxisSelf-Check-in scheitert selten am Screen – sondern an der Payment- und Melde-Logik dahinter.

Rechtsrahmen: kommunale Übernachtungsteuern

City Tax: viele Städte, viele Regelwerke

2026 erheben zahlreiche deutsche Städte eine Übernachtungsteuer – von Pauschalen wie 2,00 € pro Person und Nacht in Frankfurt über Hamburgs Staffel von 0,50 bis 3,60 € je nach Zimmerpreis bis zu prozentualen Sätzen auf den Übernachtungspreis; bemessen wird je nach Kommune brutto oder netto. (Quellen: DEHOGA-Übersicht Bettensteuer; kommunale Satzungen – Stand Juli 2026.)

SystemfolgeFür den Betrieb ein Konfigurationsthema: je Standort korrekt im PMS hinterlegt, auf der Rechnung ausgewiesen, bei Geschäftsreisenden unterschieden – keine Steuerberatung.

07 Steuersätze auf der Rechnung

Übernachtung mit Frühstück: 7 oder 19 Prozent Mehrwert­steuer?

Seit dem 01.01.2026 ist fast jede Hotelrechnung ein Steuersatz-Split – und damit ein Konfigurationsthema für PMS und Kasse.

Auf einer deutschen Hotelrechnung gelten seit dem 01.01.2026 drei Ebenen: Die Übernachtung selbst wird mit 7 % besteuert (§ 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG, seit 2010), der Speisenanteil des Frühstücks seit dem Steueränderungsgesetz 2025 ebenfalls mit 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG) – Getränke dagegen mit 19 %, auch am Frühstücksbuffet. Andere Nebenleistungen wie Parkplatz, Wellness oder WLAN bleiben nach dem Aufteilungsgebot beim Regelsteuersatz von 19 %, selbst wenn sie im Pauschalpreis stecken; der EuGH hat diese deutsche Aufteilung am 05.03.2026 (verb. Rs. C-409/24 bis C-411/24) als unionsrechtskonform bestätigt. Eine Hotelrechnung ist damit fast immer ein Steuersatz-Split – und genau deshalb ein Konfigurationsthema für PMS und Kasse.

Steuersätze auf der Hotelrechnung · Stand 07/2026
Position auf der HotelrechnungSteuersatzGrundlage
Übernachtung (Logis)7 %§ 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG, seit 01.01.2010
Frühstück – Speisenanteil7 %§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG, seit 01.01.2026 (Steueränderungsgesetz 2025, Bundesrat 19.12.2025)
Getränke – auch am Frühstücksbuffet, in Halbpension und All-inclusive19 %Getränke-Ausnahme in § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG
Parkplatz, Wellness/Sauna, WLAN, Reinigung u. ä. Nebenleistungen19 %Aufteilungsgebot, § 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 2 UStG; bestätigt durch EuGH, Urteil vom 05.03.2026, verb. Rs. C-409/24 bis C-411/24

Vereinfachung 1 · Kombiangebote aus Speisen und Getränken

Die 30-%-Getränkepauschale

Beim Frühstücksbuffet, in Halbpension und All-inclusive darf der Getränkeanteil pauschal mit 30 % des Pauschalpreises angesetzt werden – alternativ mit einer dokumentierten eigenen Kalkulation. (Quellen: BMF-Schreiben vom 22.12.2025; DEHOGA-Merkblatt, Stand 22.12.2025.)

In Kraft

Vereinfachung 2 · Sammelposten im Übernachtungspreis

Das 15-%-Business-Package

Für Sammelposten wie „Business-Package“ oder „Servicepauschale“ – Frühstück plus regelbesteuerte Nebenleistungen wie Parkplatz oder Sauna – darf der 19-%-Anteil pauschal mit 15 % des Pauschalpreises angesetzt werden; abgesenkt von zuvor 20 %, weil der Speisenanteil des Frühstücks seit 2026 selbst ermäßigt ist. (Quelle: BMF-Schreiben vom 22.12.2025.)

In Kraft

Praxis-Einordnung · Robert Zelgin

Für mich ist das kein Steuerthema, sondern ein Systemkettenthema: Die Sätze stehen im Gesetz – ob sie stimmen, entscheidet die Konfiguration. Jede Position auf dem Gastkonto braucht den richtigen Steuersatz am Artikel, im PMS wie in jeder Outlet-Kasse, und der Room Charge muss ihn unverändert mitnehmen: Das Frühstücksbuffet ist seit 2026 selbst ein Split, die Logis läuft getrennt, die City Tax kommt obendrauf.

Aus meiner Nachtschicht-Zeit weiß ich, wo sich Fehler zeigen – nicht beim Einrichten, sondern morgens im Nachtlauf und später in der Buchhaltung, wenn Erlöskonten und Steuerschlüssel nicht zusammenpassen. Deshalb gehört die Frage in jedes Anbietergespräch: Bildet das System mehrere Steuersätze in einer Rechnung sauber ab – inklusive Pauschalen – oder wird am Ende von Hand nachgebucht? Wie die Umstellung an der Kasse selbst aussieht, steht auf der Kassenwelt-Seite; was auf die Rechnung gehört, regeln Gesetz und BMF – ich ordne hier nur die Systemfolgen ein.

Einordnung aus der Praxis – keine Steuerberatung. Quellen: § 12 UStG · BMF-Schreiben v. 22.12.2025 · EuGH, Urt. v. 05.03.2026 · DEHOGA-Merkblatt „Reduzierter Mehrwertsteuersatz ab 1.1.2026“.

08 Kriterien

Kriterien statt Anbieter.

Drei Fragen aus der Praxis für jedes Anbietergespräch – herstellerneutral und auf jedes System anwendbar.

Frage 1 · Schnittstellen

Sind die Schnittstellen zu Kasse, Payment, Channel Manager und Buchhaltung offen, dokumentiert und gepflegt – und wer kümmert sich nach dem nächsten Update darum?

Frage 2 · Sonderfälle im Standard

Bildet das System virtuelle Karten der Portale, Deposits und den Meldeschein für ausländische Gäste im Standard ab – oder beginnt hier die Individualentwicklung mit Extrakosten?

Frage 3 · Buchhaltung

Kommen Nachtlauf-Ergebnisse, Debitoren und der Export in die Buchhaltung ohne manuelle Nacharbeit an – jeden Morgen, nicht nur in der Demo?

Bewusst ohne Anbieter- und Produktnamen: Die Kriterien sind stabil, die Anbieterlandschaft ist es nicht. Kriterien statt Empfehlungen – wie überall auf dieser Website.

Ausblick · Der Wert des Gastkontos

Upselling – bessere Zimmerkategorie, Early Check-in, Late Check-out, F&B-Pakete – funktioniert systemisch nur, wenn Buchungsstrecke, PMS und Kasse durchgängig sind: Jedes Upsell endet als Position auf dem Gastkonto und als Zahlung. Der IHA-Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2025“ (PM 05.05.2025) sieht Auslastung, Zimmerpreise und RevPAR über Vorjahr, den realen Umsatz aber weiter unter Vorkrisenniveau – der Mehrerlös pro Gast ist damit der Hebel, nicht die reine Auslastung. Auf Prozentversprechen verzichtet diese Seite bewusst: Die kursierenden Zahlen stammen aus Anbieter-Blogs.

Was KI und Automatisierung im Hotel darüber hinaus verändern – von der Gast-Kommunikation bis zur dynamischen Angebotssteuerung – ist auf der Digitalisierungs-Seite eingeordnet.

Zur Digitalisierungs-Seite →

Die Check-out-Strecke in Zahlen

7
Übergaben vom Check-out
bis zur Gutschrift
497,5 Mio.
Gästeübernachtungen
Deutschland 2025
50,9 %
Direktbuchungsanteil
Europa 2023
7 / 19 %
Steuersätze auf der
Hotelrechnung seit 01.01.2026

Quellen: Destatis PM Nr. 046 (10.02.2026) · Schegg/HOTREC European Hotel Distribution Study 2024 · § 12 UStG; BMF-Schreiben v. 22.12.2025; EuGH, Urt. v. 05.03.2026 · DEHOGA-Merkblatt (22.12.2025); DEHOGA-Übersicht Bettensteuer / kommunale Satzungen (Stand Juli 2026)

Häufige Fragen zu Hotelsoftware & PMS.

Kurze, zitierfähige Antworten rund um PMS, Distribution, Hotel-Payment, Meldewesen und Steuersätze – vertieft in den Sektionen oben.

Stand: Juli 2026

Was ist ein PMS im Hotel?

Ein PMS (Property Management System) ist die zentrale Hotelsoftware für Reservierungen, Zimmerverwaltung und Gastkonten – das führende System, an dem Kasse, Payment, Buchungskanäle und Buchhaltung andocken. Alle Leistungen des Aufenthalts laufen auf dem Gastkonto (Folio) zusammen und werden beim Check-out abgerechnet. Die kanonische Definition steht im Glossar, die Einordnung in der Lagebild-Sektion oben.

Was ist ein Channel Manager und wozu braucht ein Hotel ihn?

Ein Channel Manager synchronisiert Zimmerverfügbarkeiten und Preise automatisch zwischen dem PMS und allen Buchungsportalen – und verhindert so Doppelbuchungen (Overbooking). Ohne ihn müsste jedes Portal von Hand gepflegt werden. Die Buchungsstrecke der eigenen Website übernimmt dagegen die Booking Engine; das führende System hinter beiden bleibt das PMS.

Darf ein Hotel auf der eigenen Website günstiger sein als auf Buchungsportalen?

Ja – die früheren Bestpreisklauseln sind gefallen: Der EuGH stufte sie am 19.09.2024 (Rs. C-264/23) als kartellrechtlich unzulässig ein, und seit dem 14.11.2024 dürfen als Gatekeeper benannte Buchungsportale nach dem Digital Markets Act keine Preisparität mehr verlangen. Technisch braucht der günstigere Direktkanal eine Booking Engine und sauberes Payment. Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung.

Was ist eine virtuelle Kreditkarte (VCC) von Buchungsportalen?

Eine VCC ist eine vom Buchungsportal ausgestellte Einmal-Kreditkarte, über die das Hotel den Buchungsbetrag abrechnet, wenn der Gast bereits beim Portal bezahlt hat. Sie ist nur in einem definierten Zeitfenster und bis zum hinterlegten Betrag belastbar und läuft über die normale Kartenakzeptanz des Hotels – das übliche Kartenentgelt fällt also zusätzlich zur Portalprovision an.

Was ist eine Pre-Authorization (Vorautorisierung) im Hotel?

Bei einer Pre-Authorization wird ein Betrag auf der Karte des Gastes nur reserviert, nicht abgebucht – als Sicherheit für Zimmer, Extras oder No-Show. Beim Check-out bucht das Hotel die tatsächliche Summe, der Rest wird wieder freigegeben; bis dahin erscheint der Betrag beim Gast lediglich als geblockt.

Was ist der Nachtlauf (Night Audit) im Hotel?

Der Nachtlauf ist der Tagesabschluss des PMS: Er verbucht Logis- und Outlet-Umsätze auf die Gastkonten, gleicht Kassen- und Kartenzahlungen ab und stellt das Systemdatum um. Ob er sauber durchläuft, entscheidet, ob die Buchhaltung morgens arbeitet oder Differenzen sucht – und ob Rechnungen auf Ziel (Debitoren) nachvollziehbar bleiben.

Brauchen Hotelgäste in Deutschland noch einen Meldeschein?

Deutsche Staatsangehörige nicht mehr – die Hotelmeldepflicht für sie ist seit dem 01.01.2025 abgeschafft (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz). Ausländische Gäste müssen weiterhin einen eigenhändig unterschriebenen Meldeschein ausfüllen und sich ausweisen (§ 30 Abs. 3 BMG, Art. 45 SDÜ); der Betrieb bewahrt diese Meldescheine zwölf Monate auf. (Quelle: DTV-FAQ Meldeschein.)

Was ist die City Tax (Übernachtungsteuer) und wer muss sie zahlen?

Die City Tax ist eine kommunale Steuer auf Übernachtungen: Der Gast zahlt sie, der Betrieb führt sie ab. 2026 erheben zahlreiche deutsche Städte eine Übernachtungsteuer – von Pauschalen wie 2,00 € pro Person und Nacht in Frankfurt über Hamburgs Staffel von 0,50 bis 3,60 € bis zu prozentualen Sätzen auf den Übernachtungspreis. Für den Betrieb ist sie vor allem ein Konfigurationsthema in PMS und Rechnung; Details regelt die jeweilige Kommune – keine Steuerberatung. (Quellen: DEHOGA-Übersicht Bettensteuer; kommunale Satzungen – Stand Juli 2026.)

Übernachtung mit Frühstück: Gilt im Hotel 7 oder 19 Prozent Mehrwertsteuer?

Seit dem 01.01.2026 gelten auf der Hotelrechnung drei Ebenen: Die Übernachtung wird mit 7 % besteuert (§ 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG), der Speisenanteil des Frühstücks ebenfalls mit 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG) – Getränke dagegen mit 19 %, auch am Frühstücksbuffet. Nebenleistungen wie Parkplatz, Wellness oder WLAN bleiben nach dem Aufteilungsgebot bei 19 %, selbst im Pauschalpreis; der EuGH hat das am 05.03.2026 bestätigt (verb. Rs. C-409/24 bis C-411/24). Für Pauschalen gibt es Vereinfachungsregeln – Details in der Steuersatz-Sektion oben; keine Steuerberatung.

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